Initiatoren stampfen "peerblog.de" nach Kritik wieder ein

Donnerstag, 7. Februar 2013, 19:30 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die anonym finanzierte Unterstützerinitiative für den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück hat ihre umstrittene Internet-Seite bereits nach wenigen Tagen für beerdigt erklärt.

Als Grund für das Aus von "peerblog.de" nannten die Initiatoren in einer Erklärung vom Donnerstag eine Serie von Hackerangriffen. Zudem verwiesen sie auf die allgemeine Kritik an dem Projekt. "Wir bedauern, dass wir unter diesen Umständen den PeerBlog nicht fortführen können", hieß es.

Die Seite war seit dem Wochenende im Netz und wurde von der Kommunikationsagentur des früheren Magazinjournalisten Karl-Heinz Steinkühler bestückt. Das Internetportal war nach eigener Darstellung unabhängig von der SPD und arbeitete nicht mit der Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus zusammen. Die fünfköpfige Redaktion mit Steinkühler an der Spitze hat sich von Steinbrück aber die Erlaubnis eingeholt, mit seinem Namen arbeiten und für ihn bloggen zu dürfen.

Der "Spiegel" hatte berichtet, fünf Unternehmer hätten das Portal mit einer sechsstelligen Summe unterstützt. Vor allem wegen der geheim gehaltenen Namen der Geldgeber stand das Projekt unter Beschuss aus der Netzgemeinde und der Politik. CDU, Grüne und Linke rügten den Blog als intransparent. Eine Anfrage der Bundestagsverwaltung, die dem Verdacht einer verdeckten Parteienfinanzierung nachgehen wollte, erhöhte den Druck zusätzlich.

 
A worker adjusts a papier mache figure depicting German Social democratic Party (SPD) top candidate for Germany's upcoming general elections, Peer Steinbrueck, on a carnival parade float in Mainz, February 5, 2013. Germany's street carnival will reach its climax on Rosemonday, February 11. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS)