SPD-Chef wirft FDP-Politiker Hahn "versteckten Rassismus" vor

Freitag, 8. Februar 2013, 13:34 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat dem hessischen FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn wegen seiner Äußerung zur asiatischen Herkunft des liberalen Parteichefs Philipp Rösler Rassismus vorgeworfen.

"Herr Hahn scheint nicht alle beieinanderzuhaben", sagte Gabriel am Freitag in Berlin. Es handele sich um einen "unglaublichen Satz" mit einem "versteckten Rassismus". Er wisse nicht, was in der liberalen Partei los sei. "Die haben kein Lieferproblem, die haben scheinbar ein Produktionsproblem", fügte Gabriel hinzu. Er hoffe, dass es sich bei Hahns Aussage um einen ähnlichen "Blackout" handele wie bei Fraktionschef Rainer Brüderle, der wegen anzüglicher Bemerkungen gegenüber einer Journalistin in der Kritik steht.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier rechnet gar mit einem Rücktritt Hahns. "Das ist skandalös. Und ich glaube nicht, dass sich Herr Hahn nach diesen Äußerungen über Herrn Rösler halten wird", sagte er im ZDF.

Hahn hatte in einem Zeitungsinterview gesagt: "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren." Rösler ließ erklären, er verstehe die Aufregung um die Aussage nicht. Parteivize Birgit Homburger sagte Reuters, bei der Debatte handele es sich um ein "absurdes Theater der Opposition".

 
Philipp Roesler, German Economy Minister and leader of the liberal Free Democratic Party (FDP) gestures before a party leaders meeting in Berlin January 21, 2013. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: POLITICS ELECTIONS HEADSHOT)