Bundesregierung ruft tunesische Politiker zur Besonnenheit auf

Freitag, 8. Februar 2013, 13:14 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung hat den Mord an dem tunesischen Oppositionspolitiker Chokri Belaid aufs Schärfste verurteilt und alle politischen Kräfte im Land nach den jüngsten Unruhen zur Besonnenheit aufgerufen.

"Die Früchte der Revolution dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden, der Zug des demokratischen Wandels darf nicht entgleisen", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Freitag in Berlin. "Die Verantwortlichen dieses feigen Attentats müssen zügig ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden." Es dürfe keinen Raum für politische Gewaltakte in Tunesien geben. Das Mitgefühl der Bundesregierung gehöre Belaids Familie und Freunden am Tag seiner Beisetzung.

Die Ermordung Belaids am Mittwoch hatte Massenproteste ausgelöst, die teils in Gewalt umschlugen. Inzwischen steuert das Land auf eine Staatskrise zu. Für Freitag haben die Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen, zudem wird Belaid beigesetzt. Es wird daher mit weiteren Unruhen gerechnet.