Schlange statt Flug ins Wochenende -Streik am Flughafen

Donnerstag, 14. Februar 2013, 16:45 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Reisende müssen sich unmittelbar vor dem Wochenende an zwei großen deutschen Flughäfen auf lange Warteschlangen und Ausfälle ihrer Flüge einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi rief im Tarifkonflikt der privaten Sicherheitsdienste die Beschäftigten an den Flughäfen Köln-Bonn und Hamburg für den Freitag zu neuen Streiks auf. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) habe kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag zur Begründung. Erst wenn eine entsprechende Offerte auf dem Tisch liege, werde Verdi die Streiks unterbrechen und gemeinsam mit dem BDSW nach einer Lösung suchen. Der BDSW warf der Gewerkschaft erneut überzogene Forderungen vor und kritisierte, Verdi nehme die Passagiere in "Beugehaft". Bereits am Donnerstag hatte der Konflikt für Flugausfälle in Düsseldorf und Hamburg gesorgt.

In Köln/Bonn stehen am Freitag der Flughafengesellschaft zufolge 97 Abflüge mit etwa 10.000 Passagieren auf dem Flugplan. "Mit deutlichen Auswirkungen (der Streiks) auf den Flugbetrieb ist zu rechnen", erklärte die Flughafengesellschaft. Der Flughafen Hamburg rechnet mit 179 Abflügen und 179 Landungen, nach Schätzungen des Airports werden etwa 20.000 abfliegende Passagiere vom Streik betroffen sein.

Die Passagiere an den Flughäfen werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert - sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde 8,23 Euro. Verdi fordert 2,50 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen". Er will einen Schlichter einschalten.

Erst am Donnerstag hatten die Beschäftigten an den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg gestreikt. Allein in Düsseldorf mussten 194 Flüge annulliert werden, davon 134 Abflüge und 60 Ankünfte. Am Hamburger Flughafen wurden bis 15.00 Uhr 84 Abflüge und 26 Landungen gestrichen. Mehr als 17.000 Reisende waren von dem Streik betroffen.