Verdi plant Warnstreiks - Länder legen kein Tarifangebot vor

Freitag, 15. Februar 2013, 08:22 Uhr
 

Berlin (Reuters) - In den Tarifverhandlungen für rund 800.000 Beschäftigte der Bundesländer wollen die Gewerkschaften mit Warnstreiks Druck machen.

"Die Arbeitgeber haben keine Bereitschaft erkennen lassen, in der zweiten Runde ein Angebot vorzulegen", erklärte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, am Donnerstag in Potsdam. Daher würden nun in den einzelnen Bundesländern Warnstreiks vorbereitet. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes wollten "in den nächsten Tagen deutlich machen, dass sie sich nicht von der Tarifentwicklung anderer Bereiche abkoppeln lassen". Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 7. und 8. März in Potsdam angesetzt.

Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Den Auftakt hatten beide Seiten Ende Januar gemacht. Länder-Verhandlungsführer, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn, nannte damals als Ziel, nach drei Runden eine Einigung zu haben.

Im vergangenen Jahr hatten Bund und Gemeinden mit der Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,3 Prozent über zwei Jahre vereinbart. Diesen Abschluss hat Verdi zur Messlatte für die neue Verhandlungsrunde gemacht. Die Gewerkschaften verweisen auf zuletzt sprudelnde Steuereinnahmen. Die Länder dagegen sehen sich nicht zuletzt durch die Schuldenbremse zum Sparen gezwungen.

 
German public sector union Verdi leader Frank Bsirske delivers his speech during an anti-capitalism demonstration in Frankfurt, September 29. REUTERS/Kai Pfaffenbach