Bis zu 330 Bundeswehr-Soldaten für Mali-Einsatz vorgesehen

Montag, 18. Februar 2013, 18:59 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will nach Angaben aus Regierungskreisen bis zu 330 deutsche Soldaten in den Einsatz für Mali schicken.

Das Bundeskabinett werde dazu am Dienstag über zwei separate Mandate entscheiden, hieß es am Montag in Regierungskreisen. Eines ermögliche die Ausbildungshilfe für die malische Armee im Rahmen einer EU-Mission und habe einschließlich eines Puffers eine Obergrenze von 180 Soldaten. Das andere Mandat beinhalte die Transporthilfe für afrikanische Truppen sowie die Luftbetankung französischer Flugzeuge mit einer Obergrenze von 150 Soldaten.

Als Teil der EU-Trainingsmission für die malische Armee werde die Bundeswehr 40 Militärausbilder und 40 Sanitätssoldaten nach Mali schicken, hieß es weiter. Im Mandat sei außerdem ein Puffer eingebaut, um in der wenig entwickelten Region die eigenen Truppen bei Bedarf logistisch unterstützen zu können. Eine Begleitung der malischen Soldaten in Kampfeinsätze sei nicht vorgesehen. Die Europäische Union (EU) hat den Ausbildungseinsatz, der insgesamt 480 Soldaten umfassen soll, am Montag in Brüssel beschlossen.

Zum Transport afrikanischer Truppen aus der Region und innerhalb Malis stelle die Bundeswehr wie bisher drei Transall-Flugzeuge bereit, hieß es in Regierungskreisen weiter. Zusätzlich solle ein Airbus vorgehalten werden, um französische Flugzeuge in der Luft zu betanken. Alle deutschen Flugzeuge würden mit ihrem Wartungspersonal im senegalesischen Dakar stationiert. Die Obergrenze für diesen Einsatz solle einschließlich eines Puffer bei 150 Soldaten liegen. Beide Mandate sollten eine Laufzeit von einem Jahr haben.

Islamisten hatten im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Frankreich intervenierte im Januar auf Bitten der malischen Führung, um den Vormarsch islamistischer Kämpfer aus dem Norden des Landes auf die Hauptstadt Bamako im Süden zu stoppen. Französische Truppen vertrieben die Islamisten aus den großen Städten im Norden. Afrikanische Soldaten sollen den Kampfeinsatz nun fortsetzen, doch ihre Entsendung kommt nur schleppend in Gang. Die malische Armee selbst ist schwach und schlecht ausgebildet. Mehrere Selbstmordanschläge in Mali ließen zuletzt die Furcht vor einem Guerilla-Krieg wie etwa in Afghanistan wachsen.