Kabinett billigt Entsendung von bis zu 330 Soldaten nach Mali

Dienstag, 19. Februar 2013, 10:26 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Deutschland will sich mit bis zu 330 Soldaten am Militäreinsatz im westafrikanischen Mali beteiligen.

Das Bundeskabinett beschloss dazu am Dienstag nach Angaben aus Regierungskreisen zwei separate Mandate. Eines ermöglicht die Ausbildungshilfe für die malische Armee im Rahmen einer EU-Mission und soll - einschließlich eines Puffers - eine Obergrenze von 180 Soldaten haben. Das andere Mandat sieht eine Transporthilfe für afrikanische Truppen sowie die Luftbetankung französischer Flugzeuge vor. Die Obergrenze hierfür liegt bei 150 Soldaten. Der Bundestag soll noch in dieser Woche das Mandat erteilen.

Als Teil der EU-Trainingsmission für die malische Armee soll die Bundeswehr 40 Militärausbilder und 40 Sanitätssoldaten nach Mali schicken. Im Mandat sei außerdem ein Puffer eingebaut, um in der wenig entwickelten Region die eigenen Truppen bei Bedarf logistisch unterstützen zu können. Eine Begleitung der malischen Soldaten in Kampfeinsätze ist nicht vorgesehen. Die Europäische Union (EU) hatte den Ausbildungseinsatz, der insgesamt 480 Soldaten umfassen soll, am Montag beschlossen.

Zum Transport afrikanischer Truppen aus der Region und innerhalb Malis stellt die Bundeswehr wie bisher drei Transall-Flugzeuge bereit. Zusätzlich soll ein Airbus vorgehalten werden, um französische Flugzeuge in der Luft zu betanken. Die Obergrenze für diesen Einsatz solle einschließlich eines Puffer bei 150 Soldaten liegen, hieß es. Beide Mandate sollen eine Laufzeit von einem Jahr haben.

Islamisten hatten im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Frankreich intervenierte im Januar auf Bitten der malischen Führung, um den Vormarsch islamistischer Kämpfer aus dem Norden des Landes auf die Hauptstadt Bamako im Süden zu stoppen. Französische Truppen vertrieben die Islamisten aus den großen Städten im Norden. Afrikanische Soldaten sollen den Kampfeinsatz nun fortsetzen.