Union im Umfragehoch - SPD kann nicht aufholen

Mittwoch, 20. Februar 2013, 11:20 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Union befindet sich in Umfragen weiter im Höhenflug.

In dem am Mittwoch veröffentlichten RTL-"Stern"-Wahltrend erreichen CDU/CSU zum zweiten Mal infolge mit 43 Prozent den bislang höchsten Wert unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel. Das Institut für Demoskopie Allensbach sieht CDU/CSU bei 39 Prozent. Dagegen bleibt die SPD unter Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Abwärtstrend. In der wöchentlichen Forsa-Umfrage verschlechterten sich die Sozialdemokraten um einen Punkt auf 24 Prozent, Allensbach sieht sie bei 27 Prozent. Deren Wunsch-Koalitionspartner Grünen liegt in beiden Umfragen bei 15 Prozent, womit ein solchen Bündnis keine Mehrheit hätten. Es gebe keine Wechselstimmung, schrieb Allensbach-Chefin Renate Köcher in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die FDP als Koalitionspartner der Union kommt bei Forsa lediglich auf drei Prozent und würde damit den Einzug in den Bundestag klar verfehlen. In der Allensbach-Erhebung schaffen es die Liberalen allerdings auf sechs Prozent. Die Linken verharren bei Forsa trotz der Stasi-Vorwürfe gegen Gregor Gysi bei sieben Prozent, in der Allensbach-Umfrage erreichen sie 6,5 Prozent.

Anders als im Jahr 2009 sei der Wunsch der Bürger nach einem Wechsel äußerst gering, schrieb Köcher. "Ein erfolgreicher Wahlkampf aus der Opposition heraus setzt entweder verbreitete Unzufriedenheit und Ängste vor schmerzhaften Reformen durch die Regierungsparteien voraus oder eine mitreißende Vision für die weitere Entwicklung des Landes", unterstreicht Köcher. In den vergangenen Jahren sei die Unzufriedenheit der Bürger jedoch gesunken, nicht nur in Bezug auf die wirtschaftliche Lage und Perspektiven, sondern auch mit Blick auf die steuerliche Belastung, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens oder die innere Sicherheit. Die überwältigende Mehrheit befürchte auch nicht, dass in absehbarer Zeit schmerzhafte Reformen anstehen könnten. Und mitreißende Visionen, die den Wechselwunsch stimulieren könnten, seien nicht zu entdecken. Einen Regierungswechsel wünschten sich daher lediglich 35 Prozent. 2009 seien es 47 Prozent und vor Jahre zuvor 46 Prozent gewesen.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", die SPD schaffe es nicht, Aufbruchstimmung zu erzeugen und sich als "Partei von morgen" zu profilieren. Ihr gelinge es zurzeit offenbar auch nicht, abgewanderte Wähler zurückzuholen.

Die Unzufriedenheit mit der amtierenden schwarz-gelben Koalition ist aber dennoch hoch. Nur 19 Prozent der Bürger sind laut der Allensbach-Umfrage überzeugt, dass eine Fortsetzung des Bündnisses gut wäre. 33 Prozent votieren für eine große Koalition, 27 Prozent für Rot-Grün. Selbst Anhänger der Unionsparteien zögen mit 49 zu 39 Prozent eine große Koalition einer Fortsetzung von Schwarz-Gelb vor.