Niedersachsen nach Regierungswechsel offen für Deutschland-Bonds

Donnerstag, 21. Februar 2013, 09:34 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die neue niedersächsische Landesregierung hat ihr Interesse an gemeinsamen Bund-Länder-Anleihen geäußert.

"Deutschland-Bonds können in Zeiten steigender Zinsen eine interessante Option sein, um die Zinsausgaben des Landes zu senken", sagte Finanzminister Peter-Jürgen Schneider am Donnerstag zu Reuters. "Die Landesregierung steht dieser Möglichkeit aufgeschlossen gegenüber." Die rot-grüne Regierung werde die Entwicklung - wie im Koalitionsvertrag vorgesehen - beobachten und sich gegebenenfalls dieses Instrumentes bedienen. Der SPD-Politiker korrigiert damit die Position seines Vorgängers Hartmut Möllring (CDU). Dieser hatte betonte, dass Niedersachsen sich nicht an Deutschland-Bonds beteiligen wolle.

Bei einem Deutschland-Bond würden Bund und Länder gemeinsam an den Finanzmarkt gehen. Die Idee ist, dass durch das große Volumen und die sehr günstigen Kreditbedingungen des Bundes auch die Länder profitieren können. Der Bund will allerdings nur für seinen Anteil haften. Anfang Januar hatten in einer Reuters-Umfrage mehrere große Bundesländer mit Blick auf die fehlende Gesamthaftung des Bundes betont, dass sie nicht interessiert seien. Bayern, Niedersachsen und Hessen hatten damals zudem betont, sie könnten sich selbst billiger refinanzieren.