Erneute Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Köln

Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:19 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Mit Streiks haben Sicherheitsdienste die Flughäfen in Düsseldorf und Köln am Donnerstag in den frühen Morgenstunden weitgehend lahmgelegt.

In Düsseldorf waren in der Frühschicht 73 und damit mehr als die Hälfte der in dem Zeitraum vorgesehenen Verbindungen gestrichen worden, wie der Airport der Landeshauptstadt mitteilte. Auf dem Köln/Bonner Flughafen wurden von 26 Abflügen 13 annulliert und von den 17 geplanten Ankünften fielen acht aus. Auch nach Streikende mussten Fluggäste in Düsseldorf noch mit Verspätungen rechnen. Gewerkschaftsangaben zufolge waren insgesamt 260 Beschäftigte von drei bis zehn Uhr im Ausstand.

Die wiederholten Arbeitsniederlegungen hat die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen aber bislang nicht zurück an den Verhandlungstisch gebracht. "Es gibt keinerlei Kontakte", betonte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi in Düsseldorf. Er hoffe, dass es zumindest am Rande der am Donnerstag endenden Luftsicherheitstage in Potsdam zu einer Kontaktaufnahme kommt und "wir infolge wieder an einen Tisch kommen."

In Hamburg ist im Tarifstreit dagegen Bewegung gekommen. Nach mehreren Streiktagen und hunderten Flugausfällen wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft am Nachmittag ihre Gespräche wieder aufnehmen.

Die Passagiere werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert - sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro je Stunde. Für die 24.000 Beschäftigten der untersten Lohngruppe bieten die Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr an. Die Hamburger Kollegen fordern 2,70 Euro mehr Lohn für die rund 600 Luftsicherheitsassistenten.

Die Gewerkschaft will die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsbranche nach eigener Darstellung "aus dem Niedriglohnsektor befreien". Nach Schätzungen der Betriebsräte arbeiteten mehr als 70 Prozent der Beschäftigten in der untersten Lohngruppe für 8,23 Euro brutto je Stunde.