Verdi sucht nach neuen Flughafenstreiks Dialog

Donnerstag, 21. Februar 2013, 18:18 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die Gewerkschaft Verdi setzt nach neuen Streiks der Sicherheitsdienste an Großflughäfen in Nordrhein-Westfalen auf Gespräche mit den Arbeitgebern.

"Wir verschließen uns nicht und stehen bereit, die Kuh gemeinsam vom Eis zu ziehen, bevor sie endgültig einbricht", sagte Verdi-Verhandlungsleiterin Andrea Becker am Donnerstag. Bis Dienstag seien keine weiteren Streiks geplant. Auch in Hamburg, dem zweiten Schwerpunkt des Tarifstreits, hatte die Gewerkschaft zuletzt Gesprächsbereitschaft betont. Am Morgen hatte das Sicherheitspersonal mit Arbeitsniederlegungen die Flughäfen Köln-Bonn und Düsseldorf weitgehend lahmgelegt.

In Düsseldorf waren in der Frühschicht 73 und damit mehr als die Hälfte der in dem Zeitraum vorgesehenen Verbindungen gestrichen worden, wie der Airport der Landeshauptstadt mitteilte. Auf dem Köln/Bonner Flughafen wurden von 26 Abflügen 13 annulliert und von den 17 geplanten Ankünften fielen acht aus.

Die Passagiere werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert - sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro je Stunde. Für die 24.000 Beschäftigten der untersten Lohngruppe bieten die Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr an. Die Hamburger Kollegen fordern 2,70 Euro mehr Lohn für die rund 600 Luftsicherheitsassistenten.

Die Gewerkschaft will die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsbranche nach eigener Darstellung "aus dem Niedriglohnsektor befreien". Nach Schätzungen der Betriebsräte arbeiteten mehr als 70 Prozent der Beschäftigten in der untersten Lohngruppe für 8,23 Euro brutto je Stunde.

 
A destination board shows cancelled flights at the departure area. REUTERS/Lisi Niesner