Christian Lindner will FDP-Bundesvize werden

Freitag, 22. Februar 2013, 18:10 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionschef Christian Lindner will stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei werden und damit ein bundespolitisches Comeback starten.

"Der geschäftsführende Landesvorstand der nordrhein-westfälischen FDP hat mich als stellvertretenden Parteivorsitzenden nominiert. Darum bewerbe ich mich", sagte Lindner der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht vom Freitag. Als Vorsitzender des größten FDP-Landesverbands werde er sich wieder stärker in die Führung der Bundespartei einbringen. Im Dezember 2011 war Lindner nach inhaltlichen Differenzen mit dem Bundesvorsitzenden Philipp Rösler als Generalsekretär zurückgetreten.

Ein Comeback im Bund an der Seite Röslers hält Lindner nach eigenen Worten gleichwohl für unproblematisch. "Wir hatten nie ein menschliches Zerwürfnis. Ich hatte politische Gründe, warum ich Philipp Rösler die Möglichkeit eröffnet habe, für sich einen neuen Generalsekretär zu bestimmen", sagte Lindner. Jetzt kandidiere er für eine andere Rolle.

Lindners Wahl beim Parteitag in zwei Wochen in Berlin gilt als sicher. Allerdings muss dann mit Birgit Homburger, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger oder Holger Zastrow einer der bisherigen Stellvertreter sein Amt aufgeben und etwa auf einen Beisitzerposten ausweichen.

Der 34-jährige Lindner gilt in der Partei seit langem als Hoffnungsträger. Im vergangenen Jahr hatte er in Nordrhein-Westfalen die Liberalen als Spitzenkandidat innerhalb weniger Wochen von zwei Prozent in den Umfragen auf ein Ergebnis von 8,6 Prozent bei der Landtagswahl gehievt. Lindner ist für Viele auch ein geeigneter Bundesvorsitzender in der Ära nach Rösler. Als prominenter Förderer gilt der Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher.

Auf die Frage, welche Rolle er als Stellvertreter spielen wolle, antwortete Lindner: "In der Politik werden im Moment ja gerne Fußballmetaphern verwendet. Deshalb: offensives Mittelfeld. Das heißt, dass ich gute Vorlagen geben möchte."

Rösler begrüßte nach Angaben aus seinem Umfeld, dass Lindner sich wieder stärker in die Bundespolitik einbringen wolle. Der Parteichef habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit maßgeblichen Persönlichkeiten der FDP geführt mit dem Ziel, ein schlagkräftiges Wahlkampf-Team unter dem Führungsduo aus Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle zu versammeln.