Weil würde niedersächsisches Atommüllendlager akzeptieren

Samstag, 23. Februar 2013, 14:31 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bei der Suche nach einem Atommüllendlager wird Niedersachsen eine Prüfung eigener Standorte akzeptieren.

Das sagte der neue niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in einem "Welt"-Interview. "Niedersachsen hat kein Recht, sich aus dem Prozess einer ergebnisoffenen Standortsuche auszuklinken", sagte Weil. Auf die Frage, ob er am Ende zustimmen werde, wenn beim Suchprozess ein niedersächsischer Standort für ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll als am geeignetesten angesehen würden, sagte Weil: "Das müsste ich."

Allerdings erneuerte der SPD-Politiker seine Ablehnung, dass der Standort Gorleben in einem Endlagersuchgesetz genannt werden sollte. "Wir werden über jeden Vorschlag reden, der uns auf den Tisch gelegt wird. Wir werden aber keinem Vorschlag zustimmen, der am Ende Gorleben beinhaltet", betonte er. Sowohl SPD-Chef Sigmar Gabriel als auch der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, hatten einen Ausschluss Gorlebens kritisiert. Weils Angebot, nun andere niedersächsische Standorte mit prüfen zu lassen, wird deshalb als Zugeständnis der neuen rot-grünen Landesregierung in Hannover angesehen.

Der neue grüne Umweltminister Stefan Wenzel kündigte unterdessen an, dass die Landesregierung weitere Atommülltransporte nach Gorleben ablehne. "Die Regierungsfraktionen und der Landtag sind der Auffassung, dass es keine weiteren Transporte nach Gorleben geben soll", sagte er der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Zwar sei die Rücknahmepflicht für weitere Müllchargen festgeschrieben - nicht aber der Zeitpunkt.