Studie - Deutschland im Gerechtigkeitsvergleich auf Platz 7

Dienstag, 26. Februar 2013, 12:17 Uhr
 

Berlin (Reuters) - In Deutschland geht es gerechter zu als in den meistern anderen Industriestaaten - nicht jedoch in Sachen Aufstieg durch Bildung.

Zu diesem Fazit kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Demnach belegt Deutschland den siebten Platz unter den 28 untersuchten Industriestaaten, sagte IW-Experte Dominik Enste am Dienstag in Berlin. Mehr Gerechtigkeit gibt es demnach nur in Norwegen, Schweden, Dänemark sowie Neuseeland, Österreich und Finnland.

Ein besseres Abschneiden verhindert die vergleichsweise geringe Chancengleichheit. Trotz des Ausbaus frühkindlicher Bildung und einer niedrigen Jugendarbeitslosigkeit kommt Deutschland hier nur auf den 14. Rang. Das ist zwar eine Verbesserung um zehn Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Doch ist dieser Sprung vor allem der guten Arbeitsmarktlage zu verdanken und nicht einem verbesserten Bildungssystem.

"Unsere Politik ist derzeit nicht ausreichend, möglichst vielen eine faire Teilhabe am Bildungssystem zu ermöglichen", kritisierte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. "Besonders Kinder aus bildungsfernen Schichten haben hier häufig das Nachsehen." Notwendig sei daher eine bessere und individuelle Förderung sowie eine höhere Qualität der Bildung. "Die Chancengerechtigkeit ist das zentrale Versprechen der sozialen Marktwirtschaft", ergänzte Pellengahr. "Die können und müssen wir in Deutschland weiter verbessern."

Besonders gut schneidet Deutschland bei der sogenannten Bedarfsgerechtigkeit ab. Hier wird ermittelt, ob möglichst viele ihre Grundbedürfnisse decken können - von der Verfügbarkeit von Ärzten bis hin zur Absicherung der Familie. Hier belegt Deutschland den sechsten Rang. Bei der Einkommensgleichheit landet die Bundesrepublik im Mittelfeld.