Union verliert in Umfrage - Größtes Vertrauen in Merkel

Mittwoch, 27. Februar 2013, 12:17 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Union hat in der jüngsten Forsa-Umfrage einen Rückschlag einstecken müssen.

Dagegen genießt CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel im Vergleich zu anderen Spitzenpolitikern bei den Bundesbürgern noch immer das größte Vertrauen.

Nach der am Mittwoch veröffentlichen Erhebung im Auftrag von "Stern" und RTL verlor die Union zur Vorwoche drei Punkte auf 40 Prozent. Ihr Koalitionspartner FDP legte einen Punkt zu auf vier Prozent, käme damit aber nicht wieder in den Bundestag, wenn am Sonntag Wahl wäre. Die im Parlament vertretenen Oppositionsparteien legen jeweils einen Punkt zu. Die SPD klettert auf 25 Prozent, die Grünen kommen auf 16 Prozent und die Linkspartei erhält acht Prozent. Rot-Grün hat mit 41 Prozent den Abstand zur schwarz-gelben Koalition auf drei Punkte verkürzt. Eine Mehrheit haben aber beide Lager nicht.

Die Piratenpartei ist der Umfrage zufolge auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit und fällt um einen Punkt auf zwei Prozent. Das ist der bislang niedrigste Wert in einem "Stern"-RTL-Wahltrend.

Anders als ihre Partei kann Merkel zulegen und führt die Rangliste der Politiker an, denen die Bundesbürger am meisten vertrauen. Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten erreicht die Kanzlerin 66, das ist ein Punkt mehr als bei der letzten Umfrage Mitte Dezember. So große Zustimmung erhielt Merkel zuletzt im Juli 2009, als sie die große Koalition mit der SPD führte. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück dagegen büßt fünf Punkte auf 48 ein und fällt auf Rang vier zurück. Vom knappen Wahlsieg der SPD in Niedersachsen kann Steinbrück nicht profitieren.

Die letzten drei Plätze belegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle (37 Punkte), sein Kollege von der Linkspartei Gregor Gysi (32 Punkte) und FDP-Chef Philipp Rösler (32 Punkte). Rösler konnte sich zwar um zwei Punkte verbessern, bleibt aber das Schlusslicht.

Der Koalition insgesamt hat nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner vor allem der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch geschadet. "Dieses Thema fällt in den Bereich Ökologie, ein Kompetenzfeld der Grünen. Sie legen zu", sagte Güllner dem "Stern". Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) dagegen gelte als hilflos. Zudem seien die Wähler darüber verunsichert, dass die Energiewende bis zu einer Billion Euro kosten könnte. Ein dritter Grund ist Güllner zufolge, dass die Euro-Krise, bei deren Lösung die Union als besonders kompetent gelte, in den Hintergrund gerückt sei.

Die Umfrage fand allerdings vom 18. bis 22. Februar statt und damit vor der Parlamentswahl in Italien. Das Patt im Parlament in Rom hat Sorgen vor einem Wiederaufflammen der Schuldenkrise genährt.

 
U.S. Secretary of State John Kerry speaks next to German Chancellor Angela Merkel during a news conference at the Chancellery in Berlin, February 26, 2013. REUTERS/Jacquelyn Martin/Pool (GERMANY - Tags: POLITICS) - RTR3EB45