DOKUMENTATION-Steinbrücks "Clown"-Bemerkung über Italien

Mittwoch, 27. Februar 2013, 15:27 Uhr
 

Berlin (Reuters) - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit seiner "Clown"-Äußerung über den Ausgang der Wahlen in Italien einen diplomatischen Eklat ausgelöst:

Italiens Präsident Giorgio Napolitano sagte am Mittwoch kurzfristig ein für den Abend in Berlin geplantes Abendessen mit Steinbrück ab, wie dessen Sprecher bestätigte. Begründet habe Napolitano die Absage mit den Äußerungen Steinbrücks vom Dienstagabend. Darin hatte Steinbrück den Berufskomiker Beppe Grillo und den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als Clowns bezeichnet. Im Folgenden Auszüge aus Steinbrücks Bemerkungen bei einer Diskussionsveranstaltung vor etwa 250 Zuschauern:

"Ich teile die Sorgen und auch einen gewissen Frust über das Ergebnis der Wahlen in Italien. Bis zu einem gewissen Grade bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben. Ein beruflich tätiger Clown, der auch nicht beleidigt ist, wenn man ihn so nennt - Grillo. Und ein anderer, der definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub ist. Und die haben diese Wahlen anders gestaltet, als wir uns das gewünscht haben."

Die Regierungsbildung werde sehr schwierig. "Offenbar hat Berlusconi zusammen mit dem Grillo die Mehrheit in dem sogenannten Senat. (...) Das macht die Sache in Italien nicht leichter." (...) "Ob die Menschen danach abgestimmt haben, uns ist zu sehr die Keule des Sparens über den Schädel gezogen worden, weiß ich nicht - oder ob sie eher danach abgestimmt haben, wer ihnen populärere und damit auch etwas angenehmere Botschaften vertreten hat. Mein Eindruck ist, dass zwei Populisten gewonnen haben. (...) Das - in dieser Lage - wird, wie ich glaube, zu wieder größeren Problemen in der Euro-Zone beitragen."

 
Peer Steinbrueck (R), the candidate for chancellor of the Social Democratic Party (SPD) in this year's general election, responds to German Chancellor Angela Merkel's government policy statement about her EU policy during a session of the Bundestag, the lower house of parliament in Berlin February 21, 2013. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS) - RTR3E2AJ