Schäuble - Frankreich wird finanzpolitisch auf Kurs bleiben

Donnerstag, 28. Februar 2013, 14:20 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet damit, dass Frankreich trotz seiner Probleme mit dem Zeitplan für einen Defizitabbau finanzpolitisch auf Kurs bleibt.

"Ich vertraue fest darauf, dass Frankreich seine Verpflichtungen erfüllt", sagte Schäuble in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview. Deutschland und Frankreich hätten schon einmal vor zehn Jahren zur Schwächung des damaligen Stabilitäts- und Wachstumspaktes beigetragen. "Das darf sich unter gar keinen Umständen wiederholen", warnte er. Deutschland und Frankreich hätten eine besondere Verantwortung in Europa.

Für Italien sollte sich die rasche Bildung einer stabilen Regierung auszahlen, sagte Schäuble voraus. Mit Blick auf die nach den Wahlen gestiegenen Zinsen für Staatsanleihen des Landes sagte er: "Wenn diejenigen in Italien, die durch die Wähler Verantwortung übertragen bekommen haben, ihrer Verantwortung richtig nachkommen, dann wird Italien ganz schnell in der Einschätzung der Märkte wieder da sein, wo es bis Ende der vergangenen Woche war."

Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in einigen Euro-Ländern seien im Übrigen nicht von den europäischen Hilfsprogrammen verursacht. Diese These sei nicht richtig. "Die europäische Politik führt nicht zu größeren Unterschieden, sondern sie muss dazu führen, dass alle Chancen auf Stabilität, niedrige Zinsen und nachhaltiges Wachstum haben."