Auch Bundesregierung um Waffenruhe in Georgien bemüht

Montag, 11. August 2008, 07:12 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Auch die Bundesregierung hat sich am Wochenende intensiv um ein Ende des Konflikts im Kaukasus bemüht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beriet nach Angaben eines Regierungssprechers telefonisch die Lage in der umkämpften georgischen Region Südossetien mit dem französischen Präsidenten und derzeitigem EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy und sicherte diesem Unterstützung bei seinen Bemühungen um ein Ende der Konfrontation zu. Wie Merkel rief auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Beide appellierten an Russland und Georgien, ihre Truppen wieder auf Positionen zurückzuziehen, die sie vor Beginn der Feindseligkeiten innehatten.

Steinmeier bemühte sich nach deutschen Regierungsangaben unter anderem in Gesprächen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice und seinen Kollegen aus Georgien und Russland um Fortschritte. Auf seine Vermittlung hätten die Außenminister Russlands und Georgiens am Sonntagnachmittag zwei Mal miteinander telefoniert, hieß es im Auswärtigen Amt. Dies sei wichtig, weil es ein Ende der politischen Sprachlosigkeit zwischen beiden Seiten bedeute. Im Auswärtigen Amt hoffe man, dass beide Seiten diesen Dialogkanal zur Entschärfung der Krise nutzten. Zudem entsandte Steinmeier den Kaukasus-Beauftragten seines Ministeriums in die georgische Hauptstadt Tiflis. Deutschland ist Koordinator der UN-Freundesgruppe für den Abchasien-Konflikt.

Georgische und russische Truppen haben sich seit Ende der Woche heftige Auseinandersetzungen um die zu Georgien gehörende Region Südossetien geliefert. Dabei waren nach Angaben beider Seiten zahlreiche Zivilisten getötet und massive Zerstörungen angerichtet worden. Es wird befürchtet, dass der Konflikt auch auf die ebenfalls nach Unabhängigkeit von Georgien strebende Region Abchasien übergreifen könnte.