Merkel reklamiert Führungsrolle Europas im Kosovo-Konflikt
Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Führungsrolle Europas bei der Lösung des Kosovo-Konflikts reklamiert.
"Nachdem nun wirklich alle Versuche einer Verhandlungslösung zwischen Serben und Albanern gescheitert sind, ist Europa in der Verantwortung, eine Lösung zu finden", schrieb sie in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Damit erteilte sie zugleich russischen Überlegungen eine Absage, weitere Gespräche zwischen den beiden Parteien zu führen. Eine Lösung für die Zukunft der Provinz müsse Klarheit schaffen und der gesamten Region eine Perspektive der Stabilität und Sicherheit eröffnen, schrieb Merkel.
Eine Troika aus Vermittlern der Europäischen Union (EU), der USA und Russlands hatte Anfang Dezember das Scheitern ihrer monatelangen Vermittlungsversuche eingeräumt. Nun wird erwartet, dass sich das mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo im kommenden Jahr einseitig für unabhängig erklärt. Serbien lehnt dies unterstützt von Russland kategorisch ab. Die Provinz steht seit dem Kosovo-Krieg der Nato gegen Belgrad 1999 unter Verwaltung der Vereinten Nationen (UN).
Derzeit bemühen sich die EU und andere Akteure, eine Eskalation des Konflikts und neue Gewalt als Folge der Unabhängigkeitserklärung zu verhindern. Die EU will darauf mit einer gemeinsamen Haltung reagieren, für die aber Vorbehalte einzelner Staaten gegen die Unabhängigkeit geklärt werden müssten. Dann soll eine EU-Mission die Nato als Garant von Sicherheit ablösen. Die USA wollen ein unabhängiges Kosovo anerkennen. Zudem soll verhindert werden, dass der Streit bei den Wahlen in Serbien Anfang 2008 radikalen Kräften Auftrieb verschafft und die Anbindung des Landes an die EU verhindert.
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