Beck: "SPD-Kanzlerkandidatur nicht endgültig entschieden"
Berlin (Reuters) - SPD-Chef Kurt Beck hat sich nach eigenen Angaben in der Frage der Kanzlerkandidatur für 2009 noch nicht definitiv entschieden.
In einem ZDF-Interview sagte er auf die Frage, ob die Entscheidung schon gefallen sei: "Nein, nicht endgültig." Er habe jedoch Vorstellungen, welchen Vorschlag er machen werde. Die Entscheidung werde im Herbst bekannt gegeben. Damit bemühte Beck sich, die Frage offen zu halten, ob er selbst oder Außenminister Frank-Walter Steinmeier Spitzenkandidat für die Wahl 2009 wird. Er hatte dem in Berlin und Teilen der SPD verbreiteten Eindruck widersprochen, die Entscheidung sei schon zu Steinmeiers Gunsten gefallen. Die Klärung wird nach der bayerischen Landtagswahl Ende September erwartet.
Beck bekräftigte den schwachen Umfragewerten zum Trotz das Ziel, die SPD bei der Bundestagswahl 2009 zur stärksten Partei zu machen. "Wir können auf jeden Fall davon ausgehen, da bin ich sicher, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben wird", sagte er. "Mein Ziel heißt, dass die SPD die Nase vorn hat." Er wollte sich nicht auf eine Zahl festlegen. In Umfragen liegt die SPD seit Monaten deutlich hinter der Union; auch Beck liegt bei den persönlichen Werten klar hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Steinmeier. Als Grund dafür gilt vor allem sein auch intern umstrittener Schwenk, die SPD auch in westdeutschen Ländern für eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei zu öffnen.
Beck erneuerte seine Absage an eine solche Kooperation im Bund. "Es bleibt dabei, mit der Linkspartei geht nicht." Mit Blick auf künftige Konstellationen lobte er die Arbeit der rot-grünen Koalition. "Und wenn man einen dritten Partner braucht, wird man schauen." Man könne auch mit der FDP gut zusammenarbeiten, wie er aus einer Koalition in Rheinland-Pfalz wisse, sagte der Ministerpräsident. Er schloss auch eine Neuauflage der großen Koalition nicht aus, wenn der Wähler keine andere Konstellation ermögliche.
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