Transrapid-Strecke Emsland zwei Jahre nach Unglück wieder offen

Donnerstag, 3. Juli 2008, 17:55 Uhr
 

Hannover (Reuters) - Knapp zwei Jahre nach dem Unlgück auf der Transrapid-Teststrecke im niedersächsischen Emsland kann die Magnetschwebebahn dort wieder in Betrieb gehen.

Der Betreiber habe das betriebliche Regelwerk überarbeitet, sodass der zeitgleiche Einsatz von Radfahrzeugen und Magnetfahrzeug auf dem Hauptfahrweg nun untersagt sei, teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit.

Die Magnetschwebebahn war im September 2006 mit 170 Stundenkilometern auf ein stehendes Wartungsfahrzeug geprallt. 23 Menschen kamen ums Leben, elf wurden verletzt. Das Landgericht Osnabrück verurteilte den früheren und jetzigen Leiter der Versuchsanlage zu Geldstrafen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.

Kritiker sehen wenig Sinn in dem Projekt, da nach dem Aus für den Transrapid in München derzeit weltweit kein kommerzieller Einsatz vor der Realisierung steht. Die Patente der immer wieder als Glanzleistung deutscher Ingenieurskunst gepriesenen Hochtechnologie stammen aus dem Jahr 1934.

Besucher könnten in dem neuen Magnetfahrzeug TR 09 im Emsland vorerst nicht mitfahren. Es fehle an Routine in der praktischen Handhabung des neuen betrieblichen Regelwerks, sagte Wirtschaftsminister Walter Hirche. Die Opposition kritisierte die Ausstellung der Betriebsgenehmigung. "Die Landesregierung hat offenbar aus den tragischen Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt und will alles so weiterlaufen lassen wie bisher", sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gerd Will.