Studie: Mittelschicht schrumpft immer stärker
Berlin (Reuters) - Die Mittelschicht in Deutschland schrumpft laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey immer stärker.
Weniger als die Hälfte der Bevölkerung werde bis zum Jahr 2020 noch ein Einkommen auf Durchschnittsniveau erzielen, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf die McKinsey-Studie "Deutschland 2020". Dies seien zehn Millionen Menschen weniger als noch Anfang der 90er-Jahre. Zur Einkommensmittelschicht zählten alle, die 70 bis 150 Prozent des Durchschnittseinkommens verdienten. Im Jahr 2006 habe dies einem Jahreseinkommen von 25.000 Euro entsprochen.
Bleibe Deutschland auf dem eingeschlagenen Wachstumspfad, könnten dem Zeitungsbericht zufolge fast 30 Prozent der Bürger mit ihrem Einkommen aus der sogenannten Mittelschicht fallen. Grundlage der Berechnungen sei ein jährliches Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent bis zum Jahr 2020. "Das Wirtschaftswachstum, das wir in den vergangenen 15 Jahren hatten, hat nicht ausgereicht, um bei den Leuten anzukommen", sagte McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern der Zeitung. "Wir haben es nicht geschafft, die Sozialsysteme ausreichend zu unterfüttern und Rentensteigerungen zu ermöglichen."
Diesen Berechnungen hat die Unternehmensberatung dem Bericht zufolge ein "Chancenszenario" mit einem jährlichen Wachstum von drei Prozent gegenübergestellt. Darin könne sich das mittlere Einkommen gegenüber dem Jahr 2006 um über 40 Prozent auf rund 36.000 Euro erhöhen. Mattern zufolge müsste dazu unter anderem der Fachkräftemangel durch mehr Hochschulabsolventen bekämpft werden. Ähnlich wichtig sei eine gezielte Förderung der Branchen mit den größten Wachstumsperspektiven. Dazu zählten die Gesundheitsbranche, der Finanzsektor und die Umwelttechnologie.
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