Anklage gegen NPD-Chef wegen Volksverhetzung

Dienstag, 25. März 2008, 19:41 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Staatsanwaltschaft Berlin hat den NPD-Chef Udo Voigt und zwei weitere Rechtsextreme wegen Volksverhetzung und Beleidigung angeklagt.

Den Beschuldigten werde vorgeworfen, für die Herausgabe eines sogenannten WM-Planers zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verantwortlich gewesen zu sein, teilte die Justiz am Dienstag mit. Darin solle zum Ausdruck gebracht worden sein, dass dunkelhäutige Spieler unwürdig seien, Deutschland als Nationalspieler zu repräsentieren. In der Broschüre stand zu einem Trikot mit der Nummer 25 - damals Patrick Owomoyela (Werder Bremen) zugeordnet - der Schriftzug "Weiß - nicht nur eine Trikotfarbe".

Nach einer Durchsuchung der NPD-Parteizentrale und der Beschlagnahme der Flyer erstellten die Beschuldigten nach Justiz-Angaben einen neuen WM-Planer. Darin soll erneut eine "Überfremdung" der Nationalmannschaft angeprangert worden sein: Durch ein Piktogramm eines weißen und zehn farbiger Nationalspieler vor der Frage "Nationalelf 2010?".

Owomoyela begrüßte die Anklage. "Es ist natürlich nicht schön, wenn man so plakativ benutzt wird, um eine rechtsradikale Kampagne zu fahren. Ich war sehr erschrocken darüber, dass es mich auch direkt betrifft", sagte er Reuters-TV.

Für die NPD erklärte Frank Schwerdt: "Wir lehnen es grundsätzlich ab, dass auswärtige Spieler in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft tätig sind." Dann könne man auch nicht ein Nationalmannschaftsspiel Italien gegen Deutschland mit einem Spiel wie Zaire gegen Kongo verwechseln.