Scharfe Kritik an Ex-Transnet-Chef Hansen von früheren Kollegen
Frankfurt (Reuters) - Der künftige Bahn-Arbeitsdirektor Norbert Hansen muss für seine Ankündigung weiterer Stellenkürzungen bei der Bahn von seinen ehemaligen Transnet-Gewerkschaftskollegen heftige Kritik einstecken.
"Ich war heute morgen stinksauer, und es hat eine Weile gedauert, bis mein Kreislauf wieder normale Werte hatte", sagte der neu gewählte Transnet-Chef Lothar Krauß am Freitag in Frankfurt. "Das war überflüssig wie ein Kropf, das hätte man sich eigentlich verbeißen können." Erste Gewerkschaftsmitglieder hätten bereits ihren Austritt angekündigt, es gebe aber keine massive Abkehr, betonte Krauß.
Hansen hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, die weitere Rationalisierung der Bahn werde in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau möglich sein. Er wolle ohne Kündigungen auskommen, die Eisenbahner müssten sich aber mehr anstrengen. Von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wurde Hansen dafür scharf gerügt.
Im Rahmen ihrer Beiratssitzung hatte Transnet am Freitag Krauß zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Hansen hatte vergangene Woche seinen Wechsel zur Bahn bekanntgegeben. "Wir sind nicht damit einverstanden, in welcher Form Nobert Hansen seinen Wechsel zur DB AG gestalt hat", erklärte der Beirat. Das sei Hansens persönliche Entscheidung und nicht die der Transnet gewesen. Der Beirat habe in seiner Sitzung die Weichen für die Zukunft der Gewerkschaft gestellt. "Wir haben einen Tarifvertrag abgeschlossen, der klare Aussagen hat, was den Kündigungsschutz anbelangt. Wir werden dafür sorgen, dass dieser Tarifvertrag ohne Wenn und Aber umgesetzt wird", sagte Krauß. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer bei der Bahn müsse ab sofort auf die neue Unternehmensstruktur ausgerichtet werden, forderte Transnet.
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