Koalition will junge Leute stärker zum Riester-Sparen anregen
Berlin (Reuters) - Die große Koalition will junge Leute stärker zum Riester-Sparen anregen als bisher geplant.
Berufseinsteiger bis zum Alter von 25 Jahren sollen bei Abschluss eines Riester-Vertrages künftig einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro erhalten, hieß es am Dienstag in den Fraktionen von Union und SPD. Bisher waren im Kabinettsentwurf nur 100 Euro und eine Grenze von 21 Jahren vorgesehen. Der Bonus ist Teil der Gesetzgebung zur Einbeziehung von selbst genutztem Wohneigentum in die Riester-Förderung. Der Bundestag will das Eigenheimrentengesetz am Freitag beschließen.
Kern des Gesetzes ist, dass mit Riester-Zulagen auch der Kauf, der Bau oder die Entschuldung einer Wohnung oder eines Hauses sowie der Erwerb von Anteilen an Wohngenossenschaften gefördert werden (Grundzulage pro Jahr: 154 Euro, Kinderzulage 185 Euro, für Kinder ab 2008 300 Euro). Wie bei klassischen Riester-Produkten wie Lebensversicherungen gilt auch hier: In der Sparphase sind die Beiträge steuerfrei. In der Auszahlungsphase des Vertrages werden die Leistungen besteuert.
In der Koalition hieß es, die Anleger erhielten die Möglichkeit, entweder bis zu 75 oder 100 Prozent des steuerlich geförderten Kapitals aus einem bestehenden Riester-Vertrag für eine selbst genutzte Immobilie zu entnehmen. Zudem können sie die Zulage für die Tilgung eines Immobilien-Darlehens einsetzen.
Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sparer wählen, ob sie ihre Steuerschuld auf einen Schlag begleichen. In diesem Fall werden nur 70 Prozent des geförderten Kapitals mit dem individuellen Steuersatz belastet. Alternativ können sie die Besteuerung über bis zu 23 Jahre strecken. Einem Missbrauch der einmaligen Besteuerung will die Koalition mit einer neuen Regel zur Nachversteuerung vorbeugen: Wird die Immobilie binnen zehn Jahren nicht mehr selbst genutzt, wird das Eineinhalbfache der nicht erfassten 30 Prozent des Auflösungsbetrages belastet, zwischen dem zehnten und dem 20. Jahr nur noch das Einfache.
Mit der auch "Wohn-Riester" genannten Neuregelung wird zudem die bisherige Wohnungsbauprämie neu gefasst. Auf die Zulage von bis zu 45 Euro im Jahr zu einem Bausparvertrag soll nur noch Anspruch haben, wer den Betrag für Immobilienzwecke ausgibt. Auch hier kommt die Koalition nun jungen Menschen entgegen. Sie dürfen das Geld nach sieben Jahre zweckwidrig verwenden, wenn sie bei Vertragsabschluss noch nicht 25 Jahre alt waren.
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