Wirtschaftsweisen-Chef Rürup: Armutsrisiko im Alter nimmt zu
Berlin (Reuters) - Die Bundesbürger müssen sich nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Bert Rürup auf eine wachsende Gefahr von Altersarmut einstellen.
"Unter den heutigen Bedingungen werden die Armutsrisiken zunehmen", sagte Rürup der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Der Anteil der Rentner, die auf die Grundsicherung im Alter - also auf Sozialhilfe - angewiesen sein werden, dürfte steigen." Wenn die Politik nicht gegensteuere, werde es "in 15 Jahren ein echtes Problem" geben.
Potenziell betroffen ist Rürup zufolge ein "größerer Teil der etwa 2,3 Millionen Solobeschäftigten, ein Teil der Bezieher des Arbeitslosengelds II sowie Geringverdiener ohne nennenswertes Vermögen oder familiäre Absicherung." Ausschlaggebend seien fehlende Versicherungszeiten in der Rentenversicherung und die geringen Rentenansprüche von Beziehern durchgängig niedriger Einkommen sowie Personen, die lange arbeitslos waren.
Der Chef der Wirtschaftsweisen warnte vor Fehleinschätzungen der eigenen Versorgungssituation im Alter: "Jeder muss wissen: Die gesetzliche Rente wird auch für langjährig Versicherte in Zukunft nicht mehr ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu erhalten. Deshalb ist eine private oder betriebliche Vorsorge zwingend erforderlich."
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