Steinmeier reist zu Gesprächen mit neuer russischer Führung
Berlin (Reuters) - Wenige Tage nach dem Machtwechsel in Russland reist Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der kommenden Woche zu Gesprächen mit der neuen Führung nach Moskau.
Dabei wird es unter anderem um das weitere Vorgehen der internationalen Gemeinschaft im Atomkonflikt mit dem Iran gehen, sagte Steinmeiers Sprecher Martin Jäger am Freitag in Berlin. Drängende Fragen seien aber auch die europäisch-russischen Beziehungen und der Konflikt um die abtrünnige georgische Provinz Abchasien.
Treffen mit dem neuen Präsidenten Dmitri Medwedew und den auf den Posten des Ministerpräsidenten gewechselten Wladimir Putin sind demnach geplant, die Termine seien wegen der jüngsten mehrtägigen Feierlichkeiten in Moskau aber noch nicht geklärt. Auch die neue Regierung werde die russischen Interessen auf der internationalen Bühne selbstbewusst vertreten, sagte Jäger. "Wir müssen uns auch in der Zukunft der Tatsache bewusst bleiben, dass wir auf Russland angewiesen sein werden bei der Lösung zahlreicher internationaler Konflikte." Deshalb sei es wichtig, den Dialog schnell aufzunehmen.
Steinmeier setzt sich seit seinem Amtsantritt dafür ein, das Verhältnis zu Russland zu pflegen. Die Opposition hat ihm daher zu unkritische Nähe zur russischen Führung vorgeworfen. Er kennt Medwedew bereits seit Jahren. Als dieser Putins Administration leitete, war Steinmeier Chef der Regierungszentrale unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Steinmeier ist von Montag bis Freitag in Russland unterwegs und besucht neben Moskau auch Jekaterinburg und St. Petersburg. Er wird unter anderem von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Medwedew hat die Präsidentschaft am Mittwoch übernommen, Putin wurde am Donnerstag in sein neues Amt gewählt.
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