"Spiegel": Beck und Steinmeier wollen kein Kandidatenduell
Berlin (Reuters) - SPD-Chef Kurt Beck und Parteivize Außenminister Frank-Walter Steinmeier wollen nach einem Magazin-Bericht einen offenen Kampf über die Kanzlerkandidatur für 2009 vermeiden.
Bei einem Vier-Augen-Gespräch im Garten eines Berliner Cafes Ende April hätten sie vereinbart, dass es in der Frage der Kanzlerkandidatur zu keinem Duell kommen dürfe, berichtete "Der Spiegel" am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Beide hätten sich zu enger Zusammenarbeit verpflichtet. Enge Mitarbeiter der beiden Spitzenpolitiker sollten die Gemeinsamkeit nun vertiefen.
Von einem SPD-Sprecher war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Schlechte Umfragewerte für Beck und die Partei schüren in der SPD die Debatte über den geeigneten Kanzlerkandidaten. Der SPD-Chef hat erklärtermaßen das erste Zugriffsrecht auf die Kandidatur. Frühestens Ende des Jahres will er den Parteigremien seine Entscheidung bekanntgeben. Am Mittwoch hatten Beck und Steinmeier in einer kurzen schriftlichen Erklärung einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach sich beide auf einen Verzicht Becks zugunsten von Steinmeier verständigt hätten. Richtig sei nur, dass sie freundschaftlich zusammenarbeiteten.
Im neuen ZDF-Politbarometer büßte der SPD-Chef nochmals an Sympathie ein und rutschte noch tiefer in den Negativbereich. Gegenüber der Umfrage vor zwei Wochen verlor er bei der Frage nach den zehn wichtigsten Politikern 0,1 Punkte auf minus 0,4 Punkte. Auf Platz acht rangierte er damit hinter Unions-Politikern wie Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU). Steinmeier dagegen landete mit einem unveränderten Wert von plus 1,7 auf Platz zwei hinter Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel, die sich leicht auf 2,1 Punkte verbesserte.
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