Deutschland warnt wegen Kämpfen vor Reisen in den Libanon
Berlin (Reuters) - Das Auswärtige Amt warnt wegen der Kämpfe in Beirut dringend vor Reisen in den Libanon.
Das Ministerium rief deutsche Urlauber und Geschäftsreisende am Freitag auf, den Libanon über die nördlichen Grenzübergänge nach Syrien zu verlassen. Die Straßen im Süden seien gesperrt, der Flughafen in Beirut geschlossen. Außerdem wird Touristen und Geschäftsreisenden empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten und zu Hause oder im Hotel zu bleiben. Deutsche, die dauerhaft im Libanon leben, sind von der Ausreiseempfehlung noch nicht betroffen. Ihnen rät das Auswärtige Amt, sich über die aktuelle Situation auf dem laufenden zu halten und sich in die Botschaftsliste einzutragen.
Die Kämpfe umfassen nach Angaben des Ministeriums weite Teile Süd- und Westbeiruts einschließlich der Stadtmitte. Ein Ende der Gewalt sei nicht absehbar. Auch mit der Fortsetzung der Flughafenblockade sei auf unbestimmte Zeit zu rechnen. Besonders konfessionell gemischte Viertel wie Ras el-Nabaa, Mousaitbeh, Jnah, Cola und Corniche Mazraa seien von den Kämpfen betroffen. Auch in der zentralen Bekaa-Ebene komme es zu Auseinandersetzungen und Straßensperrungen. Der Grenzübergang Masnaa an der Straße von Beirut nach Damaskus sei geschlossen. Die nördliche Bekaa-Ebene um die antike Tempelstadt Baalbek sowie der Südlibanon seien von den Kämpfen dagegen noch nicht betroffen.
Die radikal-islamische Hisbollah übernahm nach mehrtägigen Kämpfen am Freitag die Kontrolle über West-Beirut. Mindestens elf Menschen seien bei den Auseinandersetzungen der vergangenen drei Tage getötet und weitere 30 verletzt worden, hieß es in Sicherheitskreisen. Es ist der schlimmste Gewaltausbruch innerhalb des Landes seit dem Bürgerkrieg, der zwischen 1975 und 1990 im Libanon tobte. Auslöser waren Pläne der Regierung, gegen das militärische Kommunikationsnetz der Hisbollah vorzugehen. Die schiitische Gruppe bezeichnete dies als Kriegserklärung.
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