Bundesregierung gibt Entwarnung nach Anschlagsdrohung

Montag, 14. Januar 2008, 13:55 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung hat nach der Anschlagswarnung aus dem Libanon Entwarnung gegeben.

Die Sicherheitsbehörden gingen in dem Fall von einer "geringen Ernsthaftigkeit" aus, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Kaller, am Montag in Berlin. Das Bundeskriminalamt hatte am Wochenende bestätigt, dass es von den libanesischen Behörden Hinweise auf einen drohenden Anschlag in Deutschland erhalten hatte. Einzelheiten wurden nicht genannt. Die Bundesanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Auslöser der Warnung war offenbar ein Drohanruf bei der deutschen Botschaft in Beirut. Dort habe sich vor einigen Tagen ein Syrer namens Mohammed Ndoub gemeldet und mit Anschlägen der Extremistenorganisation Al-Kaida in Deutschland in den kommenden drei Monaten gedroht, berichtete die libanesische Zeitung "An-Nahar". Er habe die Attentate als Vergeltung für Gerichtsverfahren gegen mehrere Terrorverdächtige in Deutschland angekündigt.

48 Stunden nach dem Drohanruf hätten die Sicherheitskräfte Ndoub am Donnerstag festgenommen, schrieb die Zeitung weiter. Der Syrer habe eingeräumt, ein Mitglied von Al-Kaida zu sein. Außerdem hätten die Ermittler bei ihm handgezeichnete Karten mit mutmaßlichen Anschlagszielen in Europa und den USA gefunden.