Blatt: In zwei Wochen wieder Razzien wegen Steuerhinterziehung

Freitag, 25. April 2008, 09:18 Uhr
 

Berlin (Reuters) - In der Affäre um massenhafte Steuerhinterziehung über Liechtenstein sind nach einem Zeitungsbericht Razzien vor allem in Nordrhein-Westfalen geplant.

Voraussichtlich in zwei Wochen solle die neue Durchsuchungswelle starten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag. Im Mittelpunkt der Fahndungen sollten Familienstiftungen stehen. Bei etlichen dieser Stiftungen werde Schwarzgeld aus Firmen vermutet.

Weiter hieß es, bislang seien durch knapp 200 Selbstanzeigen rund 500 Millionen Euro bei Finanzämtern eingegangen. Weitere 230 Selbstanzeigen seien bei Finanzämtern eingetroffen, die mit dem Liechtenstein-Verfahren nichts zu tun hätten. Die Anzeigenerstatter hätten in anderen Ländern Geld schwarz gebunkert.

Die zuständige Bochumer Staatsanwaltschaft wolle nach den Sommerferien die ersten Anklagen erstellen, schrieb die Zeitung. Für den Herbst sei eine Anklage gegen die Brüder Klaus und Hartwig Zumwinkel sowie gegen einen Liechtensteiner Vermögensverwalter geplant. Die Steuerhinterziehungsaffäre war durch eine Durchsuchung beim damaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel bekanntgeworden, die auf angekaufte Daten deutscher Ermittlungsbehörden zurückgingen. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen Hunderte Bundesbürger.