Wirtschaft startet Initiative gegen Fachkräftemangel
Berlin (Reuters) - Die Arbeitgeberverbände und die deutsche Industrie wollen in Schulen und Universitäten für Ingenieur-Berufe und Naturwissenschaften werben, um gegen den Fachkräftemangel anzugehen.
Sie gaben am Montag in Berlin den Startschuss für das auf mindestens sechs Jahre angelegte Projekt "MINT Zukunft schaffen". Das Kürzel MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Deutschland drohe mit dem dramatischen Mangel in diesen Berufen die Basis für seinen Wohlstand und seine Arbeitsplätze wegzubrechen, warnte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.
Die MINT-Initiative soll in den starken Abiturienten-Jahrgängen der nächsten Jahr mehr Lust für naturwissenschaftliche und technische Berufe wecken. Die Karriereaussichten seien dort so attraktiv wie kaum irgendwo sonst, warb Hundt. Das Projekt sei ein wichtiger Baustein für die Qualifizierungsoffensive der Regierung, sagte Staatssekretär Andreas Storm von das Forschungsministerium.
Bis 2013 würden rund 330.000 Akademiker aus dem Berufsleben ausscheiden, darunter 85.000 Ingenieure und 70.000 Naturwissenschaftler, sagte Storm. Die Zahl der arbeitslosen Ingenieure, die 2005 noch bei rund 60.000 lag, sei inzwischen vermutlich deutlich unter die 20.000-Marke gefallen. Es gelte den dramatischen Mangel in den MINT-Berufen zu beheben. Gerade diese Berufe seien für die Zukunft der deutschen Wirtschaft mit entscheidend. Hundt verwies darauf, dass durch den Fachkräftemangel - derzeit fehlen allein rund 95.000 Ingenieure - inzwischen knapp ein Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland verloren gehen.
Die Schüler ab Klasse 8 und die Studierenden seien die wichtigsten Zielgruppen, sagte Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutsche Telekom und Vorsitzender der Initiative. Die Schüler der höheren Klassen sollen für technische Berufe interessiert werden. Bei den Studierenden steht im Vordergrund, die hohe Zahl der Studienabbrecher zu reduzieren. "Es ist noch Zeit zu handeln", machte Satteldecker Mut. Er warnte aber: "Der Wohlstand ist in Gefahr."
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