Bauernverband fordert Investitionshilfen - Gewinne gehen zurück
Berlin (Reuters) - Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner fordert angesichts der Konjunkturflaute verbesserte Investitionsbedingungen für die Landwirtschaft in Deutschland.
Dabei gehe es ihm vor allem um die Abschreibungsmöglichkeiten für Gebäude, sagte Sonnleitner am Mittwoch in Berlin. Im zweiten Konjunkturprogramm müsse die degressive Abschreibung auch auf Ausgaben für neue Ställe oder Hallen ausgeweitet werden.
"Grundsätzlich ist der Wille in der Landwirtschaft zu Investitionen vorhanden", sagte der Bauernpräsident, fügte aber hinzu: "Es besteht Nachholbedarf." Aus Wettbewerbsgründen müsse zudem die Dieselbesteuerung gesenkt werden. Eine Kreditklemme sei in dem Sektor nicht in Sicht. Die Betriebe seien gut mit Eigenkapital ausgestattet, die Verschuldung sei mit durchschnittlich gut 110.000 Euro je Betrieb relativ gering, betonte der Bauernverbandspräsident. Zudem verfügten die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen als die wichtigsten Kreditgeber über ausreichend Mittel. Die stärksten Auswirkungen habe die Finanzkrise bei der Finanzierung von Exporten.
Den Konjunktureinbruch bekämen die Landwirte vor allem über einen stärkeren Trend hin zu billigen Lebensmitteln zu spüren. Zudem mache ihnen der Rückgang der Milch- und Getreidepreise zu schaffen, betonte Sonnleitner. Im laufenden Geschäftsjahr, das bis Ende Juni dauert, müssten sich die Betriebe auf einen Gewinnrückgang einstellen. Jeder Betrieb werde wohl mit 41.000 Euro etwa 7000 Euro weniger verdienen als im Vorjahr. Allerdings hatten die Landwirte 2007/2008 von einem kräftigen Anstieg der Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe profitiert.
Doch dieser Höhenflug sei inzwischen in einen heftigen Sinkflug übergegangen. "Wir bewegen uns bei diesen Produkten mittlerweile wieder auf dem Erzeugerpreisniveau von Anfang des Jahrzehnts", sagte Sonnleitner. Besser sei die Entwicklung bei den Schweinehaltern. Positive Aussichten bestünden zudem für die Milchbauern: Ab Frühsommer sei wieder mit einem Anstieg des Milchpreises auf mehr als 30 Cent je Liter zu rechnen. Die Verbraucher müssten aber keine Preiserhöhung bei Lebensmitteln befürchten, sagte Sonnleitner. Die Rohstoffpreise machten nur etwa ein Viertel der Lebensmittelpreise aus.
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