Weber (Buba): Banken bei Eigenkapital nicht unter Druck setzen

Dienstag, 3. November 2009, 17:36 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Bundesbank-Präsident Axel Weber hat davor gewarnt, Banken und Finanzmärkte mit einer zu raschen Einführung höherer Eigenkapitalanforderungen unter Druck zu setzen.

"Die Stärkung der Eigenkapitalbasis der Banken ist sicherlich die wichtigste, aber zugleich auch die schwierigste Aufgabe auf der regulatorischen Reformagenda", sagte Weber am Dienstag in Luxemburg. Deutschland begrüße zwar die auf dem Weltfinanzgipfel in Pittsburgh vor einigen Wochen getroffenen Weichenstellungen, nach denen die Banken nach dem Ende der Krise mehr und besseres Eigenkapital halten sollen. "Wir sollten es aber jetzt unterlassen, die Finanzmärkte mit präzisen Zeitplänen zu beunruhigen. Es am Ende richtig zu machen, das ist wichtig."

Wie sich die Neuregelungen letztendlich auswirken, werde der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im kommenden Jahr in einer Studie unter die Lupe nehmen. Weber sieht in einigen geplanten Neuregelungen die Gefahr, dass Banken beispielsweise in Europa gegenüber Wettbewerbern in anderen Teilen der Welt benachteiligt werden könnten. "Was die Einführung einer Obergrenze für dass Verhältnis von Eigenkapital und Bilanzsumme (Leverage Ratio) angeht, sind wir besorgt, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen kann, besonders wegen der Unterschiede bei den Rechnungslegungsstandards." In diesem Zusammenhang sei es ein großer Erfolg von Pittsburgh, dass alle Finanzzentren der G20-Länder ab 2011 die Eigenkapitalregeln nach Basel II einführen wollen.