Weber: EZB-Krisenmaßnahmen können problemlos beendet werden
Luxemburg/Frankfurt (Reuters) - Die Unterstützung der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Wirtschaft kann nach den Worten von Bundesbank-Chef Axel Weber schnell und problemlos zurückgenommen werden, wenn die Krise abgeklungen ist und die Lage es erlaubt.
Für die zukünftige Geldpolitik sei es von "großem Vorteil, dass die vom Eurosystem ergriffenen Maßnahmen 'exit-freundlich' ausgestaltet sind", sagte Weber am Dienstagabend laut Redetext in Luxemburg. Dadurch, dass sie zeitlich befristet seien, würden die meisten Krisenmaßnahmen einfach auslaufen, wenn die EZB sie nicht verlängere.
Die EZB hat wegen der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Jahrzehnten nicht nur ihren Leitzins in einem bislang ungekannten Ausmaß auf ein Prozent gesenkt, sondern stellt dem Finanzsystem darüber hinaus viele Milliarden zur Verfügung. Dieses Geld muss sie über kurz oder lang wieder einsammeln, will sie keinen Inflationsschub riskieren. Weber entscheidet im EZB-Rat mit über den geldpolitischen Kurs der europäiischen Währungsunion.
Er hatte bereits vergangene Woche angedeutet, dass die Notenbank dafür zunächst auf eine Fortführung der für ein Jahr laufenden im Sommer eingeführten Refinanzierungsoperationen verzichten könnte. Das wahrscheinlich letzte solche Geschäft steht Mitte Dezekber auf dem Plan. Im Juni hatten sich die Banken in der Euro-Zone bei der EZB fast eine halbe Billion Euro besorgt, drei Monaten später jedoch nur noch gut ein Sechstel dieser Summe. Der EZB-Rat entscheidet am Donnerstag über den weiteren Kurs der Geldpolitik. Es gilt als sicher, dass die Währungshüter den Leitzins nicht ändern werden.
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