"Spiegel": Deutsche Wirtschaft wächst laut Regierung stärker

Sonntag, 18. Juli 2010, 12:07 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Konjunktur in Deutschland hat im zweiten Quartal nach Einschätzung der Bundesregierung stärker zugelegt als erwartet.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag weiter vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, geht die Regierung in einer internen Prognose von einem Wirtschaftswachstum im zweiten Vierteljahr von über 1,5 Prozent aus. Bisher habe sie für die Monate April bis Juni nur mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet. Wenn dieser Trend anhalte, werde die Wachstumsrate laut Regierungsschätzung in diesem Jahr deutlich über zwei Prozent liegen. Davon gehen inzwischen auch Forschungsinstitute und Banken vielfach aus.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zeigte sich überzeugt, dass die bisherige Wachstumsannahme der Regierung für dieses Jahr von 1,4 Prozent übertroffen wird. "Ich bin sicher, es wird am Ende des Jahres deutlich mehr sein", sagte Brüderle der Berliner Tageszeitung "B.Z. am Sonntag". "Diese Entwicklung wird sich im nächsten Jahr fortsetzen, weil der Konjunkturmotor über den Export hinaus angesprungen ist." Noch im Laufes dieses Jahres werde die Arbeitslosenzahl unter drei Millionen sinken.

Das Statistische Bundesamt gibt am 13. August erste Zahlen über die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal bekannt.

Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, sagte der "Rheinpfalz am Sonntag", der Export habe die Funktion als Motor für die deutsche Wirtschaft wieder übernommen. Die Ausfuhren hätten im ersten Halbjahr selbst die optimistischsten Erwartungen übertroffen. Wachstumstreiber seien die Schwellenländer, allen voran China. Von Januar bis Mai seien die Exporte insgesamt um 30 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen.