Schwacher Konsum bremst deutschen Aufschwung im 2. Quartal

Donnerstag, 1. September 2011, 09:34 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der erste Rückgang der privaten Konsumausgaben seit dem Krisenjahr 2009 hat den deutschen Aufschwung im zweiten Quartal fast zum Erliegen gebracht.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni nur noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal, bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag eine frühere Schätzung. Zu Jahresbeginn hatte es mit 1,3 Prozent noch ein kräftiges Wachstum gegeben.

Zum Absturz trug die Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei: Sie gaben 0,7 Prozent weniger aus als im Vorquartal. "Diese Konsumzurückhaltung ist unter anderem im Zusammenhang mit gestiegenen Energiepreisen sowie Sondereffekten wie der Verunsicherung der Konsumenten wegen der internationalen Schuldenkrise zu sehen", hieß es. Die Bauinvestitionen schrumpften um 0,9 Prozent. Wegen der milden Witterung hatte sich der übliche Frühjahrsaufschwung am Bau auf den Jahresbeginn verlagert.

ATOMAUSSTIEG SORGT FÜR HOHE STROMIMPORTE

Die Exporte legten dagegen um 2,3 Prozent zu. Weil aber die Importe mit 3,2 Prozent noch schneller wuchsen, bremste auch der Außenhandel den Aufschwung. Dazu trug die Energiewende bei: Wegen des Atomausstiegs musste Strom verstärkt importiert werden. Angeschoben wurde die Wirtschaft dagegen von den Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen und Anlagen, die um 1,7 Prozent zulegten.

Für 2011 rechnen die meisten Experten ein Wachstum von etwa drei Prozent, das 2012 wegen der schwächeren Weltkonjunktur auf etwa zwei Prozent nachlassen dürfte.

 
<p>Pedestrians walk in front of a shop displaying sale signs in Frankfurt, December 30, 2010. REUTERS/Alex Domanski (GERMANY)</p>