Papandreou will Griechenlands Platz in Eurozone retten

Sonntag, 11. September 2011, 12:28 Uhr
 

Thessaloniki (Reuters) - Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will mit allem Mitteln für einen Verbleib seines Landes in der Eurozone kämpfen.

"Unsere oberste Priorität ist ein sicherer Kurs, um das Land vor dem Bankrott zu retten", sagte Papandreou am Samstag auf einer Handelsmesse in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki. Den internationalen Geldgebern sicherte er zu, alles Erforderliche zu tun, um die ihnen gegebenen Zusagen zu erfüllen. "Wir haben uns entschieden, die Schlacht zu schlagen, um ein Desaster für das Land und sein Volk zu verhindern und im Euro zu bleiben", sagte Papandreou in seiner von gewaltsamen Protesten begleiteten Rede. "Jede Verzögerung und jedes Zaudern sind gefährlich für das Land." Der Regierungschef sagte zu, die Anstrengungen gegen die weit verbreitete Steuerflucht zu verdoppeln, die das Erreichen der Finanzziele erschwert.

Zurzeit ringt die Regierung in Athen mit den anderen Euro-Ländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) um die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem ersten Hilfspaket für Griechenland. Ab Oktober soll der provisorische Euro-Rettungsschirm EFSF das Land mit einem zweiten Rettungspaket von weiteren rund 110 Milliarden Euro über Wasser halten. Ob die zugesagten Sparmaßnahmen eingehalten werden können, ist ungewiss.

In Thessaloniki versammelten sich mehr als 20.000 Demonstranten, um gegen Papandreous Auftritt zu protestieren. Die Polizei ging mit Tränengas gegen Jugendliche vor, die Schaufensterscheiben einwarfen und Feuer in Verkaufsstraßen legten. 106 Menschen wurden nach Behördenangaben festgenommen.

 
<p>Greece's Prime Minister George Papandreou addresses the audience at the International Trade fair of Thessaloniki in northern Greece September 10, 2011. REUTERS/Motion team/Fani Tripsani (GREECE - Tags: BUSINESS POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY)</p>