Portugal verkauft Teile des Stromnetzes an China und Oman

Donnerstag, 2. Februar 2012, 18:46 Uhr
 

Lissabon (Reuters) - Das hoch verschuldete Portugal treibt die Privatisierung seiner Versorger voran: Das südeuropäische Euro-Mitgliedsland verkauft Teile seines Stromnetzes an Staatskonzerne aus China und dem Oman.

China State Grid erwerbe 25 Prozent und Oman Oil 15 Prozent des börsennotierten Netzbetreibers REN, sagte die portugiesische Finanzministerin Maria Albuquerque am Donnerstag. Insgesamt nehme das Land bei dem Geschäft 592 Millionen Euro ein. Der Kaufpreis liegt 34 Prozent über dem derzeitigen Marktwert der REN-Aktien.

Portugal gehört zu den Sorgenkindern der Euro-Zone. Für ein Hilfspaket über 78 Milliarden Euro von EU und Internationalen Währungsfonds sicherte die Regierung in Lissabon Privatisierung von staatseigenen Betrieben und eine strengere Haushaltsdisziplin zu.

Im Dezember hatte die chinesische Holding Three Gorges den Zuschlag für eine Beteiligung an dem portugiesischen Versorger EDP erhalten. Three Gorges setzte sich mit einem Gebot von rund 2,7 Milliarden Euro für den Anteil von 21,35 Prozent an EDP gegen den deutschen Energieriesen E.ON durch. EDP ist das größte Unternehmen Portugals.