Italien lässt Verbot von Leerverkäufen am Freitag auslaufen

Donnerstag, 23. Februar 2012, 17:53 Uhr
 

London (Reuters) - Italien will das wegen der Schuldenkrise verhängte Verbot von Leerverkäufen auf Finanztitel an der Mailänder Börse nicht verlängern.

Der Chef der italienischen Aufsichtsbehörde Consob erklärte am Donnerstag, er werde die Vorgabe am Freitag auslaufen lassen. Frankreich, Spanien und Belgien haben in diesem Monat bereits ihre Verbote gegen diese Transaktionen aufgehoben.

Die Maßnahme sollte im vergangenen Jahr eine Eskalation der Schuldenkrise verhindern. Im Sommer 2011 waren Banken, Versicherer und andere Finanzunternehmen verstärkt ins Visier von Anlegern geraten, die mit diesen hoch spekulativen Transaktionen auf fallende Börsenwerte ihres Investitionsziels setzten. Bei Leerverkäufen leiht sich ein Anleger Papiere eines Unternehmens, um sie gleich weiter zu verkaufen - er geht in einer Aktie "short". Der Investor hofft dabei auf fallende Kurse, so dass er die Papiere bis zum Rückgabe-Termin billiger zurückkaufen kann und die Differenz als Gewinn einstreicht.

In Deutschland sind ungedeckte Leerverkäufe - also der spekulative Verkauf von Aktien und Staatsanleihen der Euro-Länder, die man sich nicht einmal geliehen hat - gesetzlich verboten. Für alle - also auch durch vorheriges Leihen gedeckte - Leerverkäufe von Bank- und Versicherer-Aktien hat die Finanzaufsicht BaFin zudem 2010 eine Meldepflicht erlassen. Sie gilt noch bis zum 25. März und wird dann durch eine entsprechende Gesetzesvorschrift ersetzt.