Bundesbank schüttet wegen Schuldenkrise weniger Gewinn aus

Sonntag, 26. Februar 2012, 14:09 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Bundeshaushalt bekommt wegen der Euro-Krise in diesem Jahr deutlich weniger Geld von der Bundesbank überwiesen bekommen.

"Die Gewinnausschüttung wird deutlich geringer ausfallen als im vergangenen Jahr", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Grund seien die Risiken, die die Europäische Zentralbank (EZB) in der Schuldenkrise eingegangen sei. Daher müssten die Rückstellungen der Bank aufgestockt werden. 2010 hat die Bundesbank 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet und 1,6 Milliarden Euro für Risiken zurückgestellt.

Weidmann sagte, es sei keineswegs sicher, dass mit Anleihen aus Krisenstaaten wie Griechenland, die unter dem Rückzahlungskurs angekauft wurden, ein Plus zu machen sei. Die Debatte über das Weitergeben möglicher Gewinne an die Staaten sei eine Milchmädchen-Rechnung. "Die Risiken in den Bilanzen der Notenbanken haben tendenziell zugenommen. Und das betrifft nicht nur die Griechenland-Anleihen, sondern die ganzen geldpolitischen Sondermaßnahmen im Zuge der Krise." Weidmann gilt innerhalb der EZB als einer der schärfsten Kritiker des Ankaufs von Staatsanleihen von Schuldenstaaten.