Hedgefonds saugen sich dank EZB-Geld mit Ramschanleihen voll

Dienstag, 28. Februar 2012, 16:13 Uhr
 

London (Reuters) - Hedgefonds haben sich kräftig mit Ramschanleihen europäischer Unternehmen versorgt.

Brancheninsidern zufolge setzen sie darauf, dass die großzügige Geldspritze der Europäischen Zentralbank mittelbar auch die Finanzen von Firmen stärkt, die bislang eher nicht als und vorerst letzten Mal die Gelegenheit zu dieser beispiellosen Geldspritze.

Hedgefonds haben zuletzt bei Ramschanleihen stark zugegriffen - angelockt kreditwürdig gelten. Wie viele andere Vermögensklassen haben auch diese Papiere zugelegt, seitdem die EZB den Banken im Dezember mittelfristig eine halbe Billion Euro zum günstigen Zins von einem Prozent geliehen hat. Am Mittwoch bekommen die Institute zum zweiten von den hohen Renditen. Denn die Realzinsen bei kurz- oder mittelfristigen Staatsanleihen der Industrieländer sind niedrig oder bisweilen sogar negativ. "Kreditmanager sagen ganz pragmatisch, dass Papiere mit einer kurzen Dauer, hohen Rendite und einer vernünftigen Kreditqualität, die fällig werden oder bald kündbar sind, (attraktiv sind)", betont ein Fondsmanager aus London, der seinen Namen nicht gedruckt lesen will. Der Dreijahrestender der EZB habe die Lage ziemlich stabilisiert, sagte ein Hedgefondsmanager aus den USA, der zuletzt Anleihen mit Renditen zwischen fünf und elf Prozent kaufte.

"Die Leute schauen auf die Fundamentaldaten", sagt Teresa Heitsenrether, bei JPMorgan zuständig für das sogenannte Prime-Brokerage unter anderem in Europa. "Die Bilanzen sind im Allgemeinen gesünder als zuletzt." Deshalb zögen Anlagemanager wohl Alternativen mit geringerer Kreditqualität in Betracht, als sie es bisher getan hätten.