EU-Aufsicht EBA sieht sich als Hüter einheitlicher Banken-Regeln

Dienstag, 6. November 2012, 13:00 Uhr
 

Mainz (Reuters) - Die EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA sieht sich durch die geplante Bankenunion in die Euro-Zone nicht entmachtet.

Die EBA bleibe dafür verantwortlich, eine einheitliche Überwachung von Banken in der gesamten Europäischen Union (EU) sicherzustellen, sagte EBA-Vize-Chef Adam Farkas auf einer Regulierungs-Konferenz am Dienstag in Mainz. "Die Aufsichtspraxis in Europa ist sehr unterschiedlich. Ich könnte Ihnen da schockierende Beispiele geben, wie unterschiedlich", sagte Farkas. Die Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Elke König, begrüßte die Bankenunion mit den gleichen Argumenten grundsätzlich: "Zwei plus zwei ist dann überall vier." Die bisherigen Regeln waren von nationalen Gesetzgebern unterschiedlich ausgelegt worden.

Die EBA soll nach den EU-Vorschlägen zur Übertragung der Bankenaufsicht in den 17 Euro-Ländern auf die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin für die Ausarbeitung technischer Standards für alle 27 EU-Staaten zuständig sein. Das trage zum Vertrauen in die Finanzbranche bei, sagte Farkas. "Wie könnte man sonst dem anderen trauen, wenn die Regeln so verschieden sind?" Farkas sagte, es müsse sichergestellt werden, dass die zehn Nicht-Euro-Länder bei Entscheidungen innerhalb der EBA nicht systematisch von der EZB überstimmt würden.