Regulierer - Neue Bank-Liquiditätsregeln werden sich verzögern

Dienstag, 6. November 2012, 18:14 Uhr
 

London (Reuters) - Die neuen, umstrittenen Liquiditätsregeln für Banken werden sich nach Einschätzung eines führenden Regulierers weiter verzögern.

Der Generalsekretär des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, Wayne Byres, räumte am Dienstag ein, dass sich der avisierte Zeitplan bis Ende 2012 wegen des anhaltenden Streits um Details nicht werde halten lassen. "Wir arbeiten daran, dass die Liquidity Coverage Ratio (LCR) in der finalen Form im ersten Halbjahr 2013 feststeht", sagte Byres. Mit der Überwachung der Kennziffer wollen die Aufseher sicherstellen, dass Banken nicht kurzfristig das Geld ausgeht, wenn die Märkte in einer akuten Krise - wie 2007 - überraschend austrocknen. Mit der zweiten, längerfristig ausgelegten Kennziffer NSFR werde es noch länger dauern.

Umstritten ist vor allem die Zusammensetzung der liquiden Mittel, die Banken für die LCR anrechnen können. Der Baseler Ausschuss, der die beiden Kennziffern erfunden hat, will, dass der Liquiditätspuffer vor allem aus Staatsanleihen mit Top-Ratings besteht, daneben aus Unternehmensanleihen oder Bargeld. Banken drängen auf mehr Auswahl - auch weil sich Staatspapiere nicht mehr als so sicher erwiesen haben wie das über Jahrzehnte schien. Die Branche müsste Schätzungen zufolge von 2015 an über sechs Jahre 4,4 Billionen Dollar an zusätzlichen liquiden Mitteln aufbauen.

Banken und Regierungen argumentieren, das Geld sollte besser in die Kreditvergabe fließen, um die fragile Konjunktur nicht abzuwürgen. So hatte Großbritannien seine Banken früh zur Aufstockung ihrer Liquiditätsreserven gedrängt, inzwischen aber nachgegeben, wenn Banken dafür Kredite an Unternehmen vergeben.