EU-Prognose - Frankreich hält Defizitziel bis 2014 nicht ein

Mittwoch, 7. November 2012, 13:04 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Frankreich wird trotz anderslautender Bekenntnisse der Regierung einer EU-Prognose zufolge das Haushaltsloch in den kommenden beiden Jahren nicht ausreichend stopfen.

Das Defizit werde 2013 und 2014 jeweils 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen nach einem Minus von 4,5 Prozent im laufenden Jahr, sagten die Konjunkturexperten der EU am Mittwoch im Rahmen ihrer Herbstprognose voraus. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte zuletzt schon in den eigenen Reihen mit Widerständen gegen Kürzungen und Reformen zu kämpfen, die die öffentlichen Finanzen sanieren sollen.

Die EU-Kommission sagt nun für kommendes Jahr eine wieder steigende Arbeitslosigkeit in Frankreich voraus. Diese Entwicklung werde in Verbindung mit den angekündigten Steuererhöhungen die Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone bremsen. Frankreichs Bruttoinlandsprodukt legt demnach 2013 lediglich um 0,4 Prozent zu. Das ist die Hälfte dessen, was die Regierung mit 0,8 Prozent eingeplant hat. 2014 beschleunigt sich das Tempo dann laut EU-Prognose auf 1,2 Prozent. In diesem Jahr bleibt es bei einem mageren Plus von 0,2 Prozent.

Frankreich hinkt damit noch auf Jahre hinaus Deutschland hinterher. Die größte Volkswirtschaft Europas hat einen nahezu ausgeglichenen Haushalt und wird in beiden kommenden Jahren stärker wachsen als der Nachbar.