Spanier müssen stärksten Preisauftrieb seit Mai 2011 verkraften

Dienstag, 13. November 2012, 18:03 Uhr
 

Madrid (Reuters) - Die Verbraucherpreise sind in Spanien trotz der Wirtschaftskrise so stark gestiegen wie seit Mai 2011 nicht mehr.

Die Jahresteuerung kletterte im Oktober auf 3,5 Prozent, wie das Statistikamt am Dienstag mitteilte. Im September hatte die Regierung des unter hoher Schuldenlast ächzenden Landes die Mehrwertsteuer erhöht. "Der aktuelle Preistauftrieb ist vorwiegend auf diesen Effekt zurückzuführen", sagte Citi-Ökonom Jose Luis Martinez. Die weit über dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent liegende Inflationsrate dürfte es dem Land noch schwerer machen, die Rezession zu überwinden.

Die Kaufkraft der Spanier ist durch die Krise bereits geschwächt. Zudem ist mehr als jeder vierte Spanier ohne Arbeit. Die Gegner des von Ministerpräsident Mariano Rajoy verordneten Sparkurses machen am Mittwoch erneut mobil: Der konservativen Regierung steht bereits der zweite Generalstreik seit ihrer Machtübernahme im Dezember 2011 ins Haus.