SNB: Gründe für Euro-Mindestkurs weiterhin gültig

Freitag, 16. November 2012, 08:33 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Notenbank hält angesichts der Euro-Schuldenkrise und der unsicheren Lage der Weltwirtschaft an ihrem Euro-Mindestkurs fest.

"Die Gründe, die im September 2011 zur Festlegung des Mindestkurses geführt haben, sind nach wie vor gültig", sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, am Freitag laut Redetext in Zürich. Wegen der finanzpolitischen Probleme vieler Länder müsse die Schweiz weiterhin mit sogenannten "Safe Haven-Kapitalzuflüssen" rechnen. Auch beim gegenwärtigen Kurs bleibe der Franken hoch bewertet und belaste die Schweizer Wirtschaft. Allerdings ist es der SNB mit dem Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken nach Jordans Worten gelungen, dass die Exportwirtschaft wieder Tritt fasste und Deflationserwartungen eingedämmt wurden.

Zuletzt rückte der Euro wieder näher an die Kursuntergrenze heran, die die SNB mit unbegrenzten Devisenmarkt-Interventionen verteidigt. Die Gemeinschaftswährung wurde am Freitagmorgen zu Kursen um 1,2040 Franken gehandelt. Dass die EU in eine Rezession zurückfiel und auch die wachsenden Spannungen im Nahen Osten treiben wieder internationales Kapital in die Schweiz.