Studie: Deutsche Exporteure zahlen deutlich mehr Lohn

Donnerstag, 22. November 2012, 17:28 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der langjährige Exportboom in Deutschland zahlt sich für die Beschäftigten aus.

Denn exportierende Betriebe im verarbeitenden Gewerbe zahlen fünf bis zehn Prozent mehr Lohn als andere Unternehmen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. "Dabei ist schon herausgerechnet, dass Beschäftigte in den exportierenden Betrieben im Durchschnitt höher qualifiziert sind und längere Berufserfahrung aufweisen", schreiben die IAB-Experten.

Während die Reallöhne im Durchschnitt aller Branchen seit 2002 stagnierten, seien sie im verarbeitenden Gewerbe um rund zehn Prozent geklettert. Hier legte die Zahl der Exportfirmen deutlich zu. "Die IAB-Studie zeigt, dass mit dem zunehmenden Export auch die Löhne gestiegen sind."

Insgesamt gebe es immer mehr Beschäftigte, die von der "Export-Lohnprämie" profitierten: "1996 arbeiteten 58 Prozent der Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe in einem exportierenden Betrieb - 2008 waren es bereits 70 Prozent." Berücksichtigt man alle Wirtschaftsbereiche, arbeitet demnach in Deutschland jeder dritte Beschäftigte bei einem Exporteur.

Lange Jahre hat der Außenhandel dank der hohen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen das gesamte Wirtschaftswachstum kräftig angeschoben. Seit der Finanzkrise jedoch wird die Binnennachfrage zu einer immer stärkeren Stütze. Der Exportverband BGA peilt auch 2012 und 2013 jeweils neue Umsatzrekorde an. Zuletzt bekamen die Unternehmen aber die Abkühlung der globalen Konjunktur zu spüren.