S&P bestätigt Frankreichs Bonitätsnote und warnt vor Defizit

Freitag, 23. November 2012, 13:18 Uhr
 

Paris (Reuters) - Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre Bonitätsnote für Frankreich bestätigt.

Die Bewertung liege weiter bei "AA+" mit einem negativem Ausblick, teilte S&P am Freitag mit. Die französische Regierung stehe zwar zu Sparmaßnahmen und Reformen. Der Euro-Staat könne aber sein Defizitziel im kommenden Jahr verfehlen könnte. Während die Regierung mit einem Fehlbetrag von drei Prozent der Wirtschaftsleistung plant, rechnet S&P mit 3,5 Prozent.

Die Konkurrenzagentur Moody's hatte vor wenigen Tagen ihre Bewertung für Frankreich um eine Stufe von der Bestnote "Aaa" auf "Aa1" gesenkt und sich über die Reformen skeptisch geäußert. S&P entzog die Bestnote schon im Januar.

Die französische Regierung steht unter Druck, weil die Wirtschaft schwächelt und die Arbeitslosigkeit steigt. Mit einer schlechteren Bonitätsnote sind oft höhere Zinsen für den Schuldner verbunden. Frankreich allerdings kann sich zurzeit zu vergleichsweise günstigen Konditionen verschulden: Für zehnjährige Papiere verlangen Investoren gut zwei Prozent. Diese Marke liegt nur knapp über dem historischen Tiefstand.