GfK sagt üppiges Weihnachtsgeschäft voraus

Montag, 26. November 2012, 13:08 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Steigende Löhne und eine hohe Beschäftigungsrate werden das Weihnachtsgeschäft wohl ordentlich ankurbeln.

285 Euro wird sich der Verbraucher im Durchschnitt nach Erkenntnis der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in diesem Jahr seine Weihnachtsgeschenke kosten lassen. Das wären neun Prozent mehr als im Vorjahr, wie die GfK am Montag in Frankfurt bekanntgab. Der Einzelhandel kann sich damit auf eine Gesamtsumme von 14,9 Milliarden Euro freuen.

Auf der Beliebtheitsskala ganz oben dürften die Klassiker bleiben: Bücher, Spielwaren und Bekleidung. Knapp ein Viertel der Deutschen will Bargeld oder Gutscheine unter den Weihnachtsbaum legen, insgesamt für etwa 3,4 Milliarden Euro.

Stark profitieren dürften auch die Internet-Händler. In nahezu allen Produktbereichen steige die Zahl der Personen, die online einkaufen wollen. Spitzenreiter seien Abos und Veranstaltungs-Tickets, es folgen Software und Spielkonsolen.

Der Online-Auftakt in den USA war vielversprechend verlaufen: vergangenen Freitag wurden dort erstmals binnen eines Tages mehr als eine Milliarde Dollar im Internet umgesetzt. Insgesamt blieben die US-Konsumenten angesichts der mauen Konjunktur zum Start des Weihnachtsgeschäfts allerdings zurückhaltender als im vergangenen Jahr, trotz etlicher Rabatt-Aktionen.

GFK-KONSUMKLIMA ERSTMALS SEIT JUNI RÜCKLÄUFIG

Die Vorzeichen für das Geschäft sind denn auch hierzulande nicht gänzlich ungetrübt, denn Schuldenkrise und schwächere Konjunktur haben die Kauflaune der Deutschen getrübt: Das GfK-Konsumklima für Dezember fiel um 0,2 auf 5,9 Punkte, das ist der erste Rückgang seit Juni. Dass die Einzelhändler deswegen nervös werden müssten, sieht die GfK aber nicht. Die Kaufneigung der Deutschen sei nach wie vor sehr hoch. "Die hohe Beschäftigung bändigt die Angst vor Jobverlust und fördert damit die Planungssicherheit gerade im Hinblick auf größere, werthaltige Anschaffungen", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

2011 war das Weihnachtsgeschäft wegen des warmen Wetters hinter den Erwartungen der Einzelhändler zurückgeblieben. Vor allem Winterkleidung und Sportartikel waren in den Regalen liegen geblieben.

Die GfK befragte für Ihre aktuelle Studie fast 4000 Personen.